Verkehrsrecht

Verhalten nach einem Unfall

Wer im Straßenverkehr einen Unfall hatte, sollte einige Grundsätze beachten, um spätere Rechtsnachteile mit unter Umständen immensen wirtschaftlichen Folgen zu vermeiden.

Immer sollte, sofern es sich nicht offensichtlich nur um Bagatellschäden handelt, die Polizei hinzugezogen werden. Empfehlenswert ist es darüber hinaus, sich Name und Anschrift von Personen zu notieren, die das Unfallgeschehen beobachtet haben. Hilfreich ist es auch, Fotos sowohl von den Beschädigungen an den Fahrzeugen als auch von der Unfallstelle zu machen. Es ist zu empfehlen zu diesem Zweck einen Fotoapparat im Auto mitzuführen.

Wurde bei dem Unfall ein Fahrer oder ein sonstiger Fahrzeuginsasse verletzt, sollte unabhängig vom Ausmaß der Beschwerden sofort ein Arzt aufgesucht werden. Wird Schmerzensgeld vom Unfallgegner verlangt, sollte zur Durchsetzung der Ansprüche unbedingt ein Rechtsanwalt eingeschaltet werden. Zum einen ist die Bezifferung des Schmerzensgeldes oft nicht einfach. Zum anderen zahlen die Haftpflichtversicherungen auf Schmerzensgeldansprüche nur sehr zurückhaltend, ohne die Beauftragung eines Rechtsanwalts oft gar nicht.

Ab einem voraussichtlichen Reparaturaufwand von 1.000,- bis 1.500,- € sollte ein Sachverständigengutachten zur Dokumentation der unfallursächlichen Schäden in Auftrag gegeben werden. Die Kosten hierfür liegen regelmäßig zwischen 300,- und 600,- €. Diese Kosten hat allerdings in Höhe des Verschuldens des Unfallgegners dessen Haftpflichtversicherung zu tragen. Bei voraussichtlichen Reparaturkosten von unter 1.000,- € genügt es, sich in einer Fachwerkstatt einen Kostenvoranschlag erstellen zu lassen.

Grundsätzlich hat ein Geschädigter für die Zeit in der sein Pkw fahruntauglich ist oder gerade repariert wird, Anspruch auf einen Ersatzwagen Wird von der Möglichkeit, einen Ersatzwagen zu mieten, kein Gebrauch gemacht, so besteht ein Anspruch auf Nutzungsausfall. Die Höhe dieses Nutzungsausfalls wird anhand von Nutzungsausfalltabellen berechnet. Bei einem unverschuldeten Verkehrsunfall ist die gegnerische Versicherung verpflichtet, die entstandenen Mietwagenkosten zu erstatten.

Auch die entstandenen Rechtsanwaltskosten sind als Schadensersatzposition nach einem unverschuldeten Verkehrsunfall grundsätzlich vom Gegner zu ersetzen. Auch aus diesem Grunde empfiehlt es sich, bei Verkehrsunfällen mit Schäden, die oberhalb der genannten Bagatellgrenze liegen, einen Verkehrsanwalt einzuschalten.

 

Rechtsanwalt Falk Pitzke

Fachanwalt für Verkehrsrecht
Fachanwalt für Mietrecht und Wohnungseigentumsrecht