Mietrecht

Mieterhaftung für Wasserschäden

Im Fall von Wasserschäden wird in Mehrfamilienhäusern oft vorschnell allein der Mitmieter als der Überschwemmungsverursacher mit dem Verlangen nach komplettem Schadensersatz konfrontiert.

Tatsächlich aber existieren Schadensersatzansprüche der Mieter untereinander beispielsweise nicht, wenn aus einer Nachbarwohnung eindringendes Wasser etwa zu einer Beschädigung von Decken, Wänden (und insbesondere von dort angebrachten Tapeten) geführt hat, so das mit Urteil vom 22. Juni 2004 erkennende Amtsgericht Dortmund. Denn die beschädigten Decken, Wände und Tapeten stehen allein im Eigentum des Vermieters, weshalb dieser der tatsächlich Geschädigte ist. Allein der Vermieter kann dann Regress beim Schadensverursacher nehmen.

Der betroffene Mieter kann sich stattdessen bei seinem Vermieter schadlos halten, da der Vermieter dem Mieter während der gesamten Dauer des Mietverhältnisses eine - insbesondere auch von anderen Mieter - ungestörte Gebrauchsgewährung der Mietsache schuldet. Der Mieter kann also nur vom Vermieter Beseitigung derartiger Schäden verlangen, und falls diese nicht erfolgt gegebenenfalls die Miete mindern. Keinesfalls besteht eine Verpflichtung des geschädigten Mieters, seinerseits dem Vermieter den Schaden im Rahmen einer Schönheitsreparatur zu ersetzen.

Für vertragliche Ansprüche der Mieter untereinander ist also hinsichtlich der im Vermietereigentum stehenden beschädigten Sachen kein Raum, da der geschädigte Mieter vertragliche Ansprüche gegen seinen Vermieter geltend machen kann. Dies gilt etwa auch, wenn ein Mieter den anderen in sonstiger Weise stört, etwa durch Lärmbelästigung. Andererseits kann ein Mieter bei der Beschädigung seiner eigenen Gegenstände durch Wassereinbruch (Möbel, Fernseher etc.) sehrwohl direkt vom Überschwemmungsverursacher Schadensersatz verlangen.

Der richtige Ersatzpflichtige wird sich oft nur im Rahmen einer genauen rechtlichen Prüfung feststellen lassen.

 

Rechtsanwalt Falk Pitzke

Fachanwalt für Verkehrsrecht
Fachanwalt für Mietrecht und Wohnungseigentumsrecht