Bankrecht

Falsche Widerrufsbelehrung - Nachträglich tausende Euro sparen

Haben Sie nach dem 01.11.2002 einen Immobilienkredit aufgenommen? Falls dies der Fall ist, empfehlen wir Ihnen, Ihren Vertrag prüfen zu lassen, denn möglicherweise ist die Widerrufsbelehrung falsch. Dann könnten Sie Ihre alte Finanzierung widerrufen, ein neues Darlehen aufnehmen und vom aktuellen Zinstief erheblich profitieren. Falls Sie vorzeitig aus dem Vertrag ausgestiegen sind, besteht die Möglichkeit, eine bereits bezahlte Vorfälligkeitsentschädigung im erfolgreichen Widerruf zurückzuerlangen.

Die Wahrscheinlichkeit hierfür ist sehr groß. Die Hamburger Verbraucherzentrale hat mehrere Tausend Immobilienkredite untersucht und festgestellt, dass über 80 % aller Widerrufsbelehrungen fehlerhaft sind. Damit besteht die Widerrufsmöglichkeit, was eine Ersparnis von mehreren zehntausend Euro bringen kann.

Sie haben beispielsweise Anfang 2010 einen Kredit über 250.000,00 € mit 10 Jahren Zinsbindung aufgenommen, zahlen 4,6 % Zinsen und tilgen monatlich 1.000,00 €. Am Ende der Vertragslaufzeit 2020 hätten Sie noch eine Restschuld von ca. 218.000,00 €. Würden Sie jetzt aus diesem Vertrag aussteigen und einen neuen Vertrag zu ca. 2 % Zins abschließen, betrüge Ihre Schuld 2020 nur ca. 198.000,00 €, somit 20.000,00 € weniger.

Der Hintergrund ist, dass die Rechtsprechung verschiedene Widerrufsbelehrungen für fehlerhaft erklärt hat. Viele Banken haben fehlerhafte Verträge, weil nach Einführung des Widerrufsrechts für Immobilienkredite der Gesetzgeber den Banken Musterformulierungen zur Verfügung gestellt hat. Bei der Anpassung der Verträge sind jedoch den Kreditinstituten zahlreiche Fehler unterlaufen, weshalb sehr viele dieser Altverträge angreifbar sind. Auch haben die Kreditinstitute auf Gesetzesänderungen nicht bzw. nur unzureichend reagiert.

Kann somit eine Abweichung der Widerrufsbelehrung ihres Vertrages vom jeweils zum Abschlusszeitpunkt geltenden Muster festgestellt werden, ist Wahrscheinlichkeit aller fehlerhaften Belehrung groß.

Zu erwarten ist, dass trotz eindeutiger Rechtslage ggf. die Banken Widerstand leisten und Sie nicht aus dem Vertrag entlassen wollen. Spätestens dann ist anwaltliche Hilfe gefragt. Weiter ist zu bedenken, dass im Fall des Widerrufes der geleistete Betrag binnen 30 Tagen an die Bank zurückbezahlt werden muss, weshalb vor einem Widerruf eine Anschlussfinanzierung sichergestellt werden sollte. Sind Sie bereits ausgestiegen, können Sie ggf. die Vorfälligkeitsentschädigung bei einem erfolgreichen Widerruf zurückhalten.

Für eine schnelle und unkomplizierte Prüfung und ggf. Geltendmachung von Ansprüchen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Sprechen Sie uns an.

 

Falk Pitzke
Rechtsanwalt

Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht
Fachanwalt für Verkehrsrecht